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Ich war 29, als mein positiver Rentenbescheid vorlag. Ich war 27, als ich die Erwerbsminderungsrente beantragte. Seit ich 25 war, war ich nicht mehr arbeiten. Heute, während ich diesen Beitrag verfasse, bin ich 31.

Wie verläuft eigentlich die Antragstellung, welche Hürden habe ich erlebt, welche Tipps kann ich geben?

Ein subjektiver Bericht über die Erwerbsminderungsrente.

Voraussetzungen

Kommen wir erstmal zu dem trockenen Teil, der aber entscheidend ist: die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente! Denn nur, weil wir in einem Sozialstaat leben und ihr nicht mehr arbeiten könnt, heißt dies pauschal nicht, dass euch eine Rente zusteht, so hart dies aus klingt. Eine Erwerbsminderungsrente steht euch unter folgenden Bedingungen zu:

  • Die Mindestversicherungszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt fünf Jahre.
  • In den letzten fünf Jahren wurden mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge entrichtet
  • Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, mehr als sechs Stunden täglich zu arbeiten.
  • Erwerbsfähigkeit lässt sich durch Reha-Maßnahmen nicht wieder herstellen.
  • Die Regelaltersgrenze für eine Altersrente wurde noch nicht erreicht.
  • Es liegt eine medizinische Notwendigkeit vor, die Arbeitsunfähigkeit wurde durch ein Gutachten festgestellt.

Bei den Versicherungszeiten gibt es für Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Krankheiten oder Schäden durch den Wehr- und Bundesfreiwilligendienst eine Ausnahme: Kommt es in deren Folge zu einer Arbeitsunfähigkeit, reicht bereits die Zahlung eines Beitrags aus.

Auf die fünfjährige Wartezeit bis zur Rentenübernahme werden verschiedene Phasen wie Arbeitslosenzeit, Kindererziehungszeiten, Zeiten häuslicher Pflegeleistungen oder Krankengeldphasen einbezogen.

Das Sechste Sozialgesetzbuch bildet die rechtliche Grundlage für die Erwerbsminderungsrente (SGB VI § 43).

Quelle https://www.hansemerkur.de/altersvorsorge-rente/erwerbsminderungsrente

Wann kann ich eine Erwerbsminderungsrente beantragen?

Wann merkt man, dass man eine Erwerbsminderungsrente beantragen sollte? Diese Frage bekomme ich sehr oft gestellte! Ich denke, diese Antwort kann man nicht so einfach beantworten, denn zum einen muss man dies immer von Person zu Person einzeln betrachten und zum anderen gibt es hier auch Vorgaben von der Rentenversicherung, die euch den Antrag erschweren könnten.

Ihr müsst euch über eine Sache im klaren sein: Reha geht immer vor Rente. Also kann es durchaus immer vorkommen, dass die Rentenversicherung von euch verlangt, dass ihr zunächst eine Reha macht, bevor über euren Antrag entschieden wird bzw. das euer Antrag abgelehnt wird mit der Begründung, dass ihr nicht austherapiert seid. Denn es soll schließlich immer erstmal versucht werden, eure Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen, bevor endgültig entschieden wird, dass ihr nicht arbeitsfähig seid.

Die Frage, ob man eine Rente beantragen sollte und wann der Zeitpunkt dafür gekommen ist, kann nur jeder für sich entscheiden. Ich kann hier nur von meinen Erfahrungen berichten.

  • Ich habe zunächst eine berufliche Rehabilitation beantragt in Form einer Umschulung beantragt. Diese scheiterte nach einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen.
  • Anschließend stellte ich einen Antrag auf medizinische Rehabilitation, um meine Arbeitsfähigkeit überhaupt prüfen zu lassen bzw. den Erhalt zu sichern. Auch hier stellte sich heraus, dass ich nicht mehr arbeitsfähig sein werde.
  • Als Letztes stellte ich den Antrag auf Erwerbsminderungsrente.

Der Rentenantrag

Der Gutachtertermin

Erwerbsminderungsrente abgelehnt, was nun?

Hier verweise ich nochmals darauf, dass dies ausschließlich ein subjektiver Bericht ist.

Bevor ihr in Panik verfallt: Regt euch kurz auf, weint, lasst eure Emotionen raus. Aber macht dies nur einen Tag. Danach legt Widerspruch ein, verweist darauf, dass ihr eure Begründung nachreicht und bittet um Akteneinsicht. Bittet darum, dass euch das Gutachten, welches erstellt wurde, zugeschickt wird, da ihr dies zu eurer Widerspruchsbegründung benötigt.

Ich habe mich hier an verschiedene Stellen gewandt. Sowohl an Anwälte, als auch an den VDK, ein deutschlandweiter Sozialverband, der euch in so einem Fall unterstützt. Meine Erfahrungen waren hier leider stets nichts gut. Gerade beim VDK denke ich sollte man sich nicht darauf verlassen, dass hier alles läuft. Hinterfragt ruhig, was in eurem Fall passiert und lasst euch Abschriften schicken. Solltet ihr der Meinung sein, dass hier Schriftverkehr unzureichend stattfindet mit der Rentenversicherung oder nicht in eurem Sinne, verlangt einen anderen Sachbearbeiter, wenn dies nicht geschieht, beschwert euch, dann wird euch spätestens ein neuer zugeteilt.

Bei mir war es der Fall, dass eine vollkommen falsche Widerspruchsbegründung abgeschickt wurde. Hätte ich dies nicht mitbekommen, hätte an dem Punkt der Rentenantrag platzen können.

Nachdem ich gemerkt habe, dass die Widerspruchsbegründung des VDK vollkommen falsch und unzureichend war, habe ich doch alles selbst übernommen. Ich habe alle Unterlagen nochmals gesichtet und mir Notizen gemacht.

Mir lag zu diesem Zeitpunkt mein Rehabericht vor, das Gutachten, nach dem entschieden wurde und auch alte Befunde. Ich fand hier verschiedene Punkte, die widersprüchlich waren und entschied mich, meinen Arzt zu konsultieren, um weitere Berichte erstellen zu lassen, die sich genau auf diesen Punkt stützen. Ich wollte mich bewusst nicht auf alles stürzen, sondern auf diese widersprüchlichen Punkte, in dem man sich im Gutachten und auch im Rehabericht widersprochen hat. Mein Gedanke dazu: wenn ich hier weitere Berichte zu habe, dann hat man keine Chance und muss der Rente zustimmen.

Hierzu hat mein Arzt etwas verfasst, meine Ergotherapeutin und ich habe nochmals eine 3 monatige ambulante Reha gemacht, die die Krankenkasse bezahlte. Da ich gerade erst eine Reha hinter mir hatte wäre eine Reha über die Rentenversicherung nicht möglich gewesen. Mein Arzt unterstützte dies. Nach jedem Bericht, der mir vorlag, schrieb ich eine neue Widerspruchsbegründung, der sich immer auf die gleichen Punkte stütze.

Nach 9 Monaten wurde die Rente schließlich für 3 Jahre gewährt.

Erwerbsminderungsrente – die Unterschiede zwischen halber und voller

Befristete Erwerbsminderungsrente – Wann sollte ich verlängern?

Hier gibt es sicher sehr viele verschiedene Meinungen.

Ich persönlich habe mich dafür entschieden, sehr früh den Antrag auf Weitergewährung zu stellen und nicht auf den Brief den Rentenversicherung zu warten. Acht Monate vor dem Ende meiner Rente habe ich den Antrag gestellt, manche stellen den Antrag 4 Monate vor dem Ende der Erwerbsminderungsrente, was auch vollkommen ausreicht.

Ganz wichtig: Eure Rente läuft theoretisch aus, ohne das ihr aufgefordert werdet, etwas zu unternehmen. Ihr bekommt jedoch einen Brief, der auch nochmals darauf hinweist, wann eure Erwerbsminderungsrente ausläuft und anbei ist entweder nochmals der gesamte Antrag, oder auch nur ein oder zwei Seiten, die ihr zurückschicken sollt, wenn ihr der Meinung seid, dass ihr die Rente weiter benötigt.
Theoretisch reicht es vollkommen aus, wenn ihr zu diesem Zeitpunkt den Antrag stellt. Mir wurde jedoch der Hinweis von der Rentenversicherung gegeben, dass wenn die RV zu lang für die Bearbeitung benötigt, sie die Rente weiter zahlen müssen, wenn ich den Antrag bereits vor besagtem Brief geschickt habe, da dann der Antrag schon so lang vorliegt, dass es als Schuld der Rentenversicherung gilt.

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