Es war das Jahr 2009. Ich war gerade fertig mit dem Abi, habe mein Studium in Fachrichtung Regenerative Energietechnik in Flensburg gestartet, welches ich jedoch nach einigen Monaten abgebrochen habe, da ich feststellen musste, dass mir das elektronische nicht so liegt. Zu dem Zeitpunkt war ich 20 Jahre alt.

Das war kurz vor Weihnachten.

Wenn man nicht an MS denkt, achtet man da auch nicht darauf

Das Kribbeln Stieg die Beine hoch

Das zweite Studium in Fachrichtung Ökotrophologie, sollte erst im darauf folgenden Herbst starten. Also habe ich in der Zwischenzeit viel gearbeitet. Zu dem Zeitpunkt hatte ich zwei Jobs. Da fingen meine Symptome langsam an. Ich hatte kribbeln in den Füßen, die je nach Belastung mal mehr und mal weniger wurden. Mit den Monaten stieg das Kribbeln dann langsam die Beine hoch bis zu meinem Bauchnabel. Nun begannen auch Symptome intensiver zu werden.

Immer mal wieder bin ich gestolpert, was bei mir auch im gesunden Zustand nicht selten war. Also habe ich mir dabei erstmal nichts gedacht. Ja, man kann ja auch mal schusselig sein und die Treppe hoch fallen. Kann ja alles mal passieren. Wenn man nicht weiß, dass es MS sein könnte, achtet man da auch nicht so genau drauf.

Beim Kribbeln dachte ich an einen eingeklemmten Nerv

Gesa: das Kribbeln steig die Beine hoch

Beim Kribbeln habe ich mir gedacht, dass es sicherlich ein eingeklemmter Nerv sei. Meine Einschränkungen wurden über die Zeit immer mehr, bis sie auffällig viel wurden. Zum Beispiel, dass mit dem umknicken im Stehen oder die Gefühlsstörungen in beiden Beinen. Das bereitete mir zunehmend Sorgen und ich begab mich in ärztliche Behandlung.

Also bin ich zu meinem Hausarzt gegangen und dort habe ich gleich eine Einweisung ins Krankenhaus bekommen. Die Diagnose MS stand da noch im Raum. Erstmal die Ergebnisse abwarten. Lumbalpunktion, motorisch evozierte Potentiale (MEP) und MRT. Also einmal bitte das volle Programm bitte. Da kam ich dann relativ zügig an einen Tropf und habe 5x 1g Kortison bekommen. Am 05.07.2010 saßen meine Mutter und Ich beim Neurologen im Büro und er teilte uns mit, dass ich MS habe. Da haben wir beide angefangen zu weinen, weil für uns die Diagnose ein riesen Schock war. Ganz besonders für meine Mutter, die damals schon über 20 Jahre auf der Neurologischen Station als Krankenschwester gearbeitet hat und selbst sie die Diagnose MS nicht im Kopf hatte. In der Zwischenzeit hatte ich mich natürlich schon etwas über Multiple Sklerose informiert. Das hat meine Angst natürlich nicht gemindert und das Gefühlschaos in meinem Kopf doch eher verstärkt.

Irgendwann habe ich versucht alles zu machen, wie vor der Diagnose

Ab dem Zeitpunkt kamen dann noch die Depressionen dazu und es wurde mir einfach alles viel zu viel. Das Ganze fühlte sich so an, als säße man in einem Zug und sieht nur noch alle Dinge extrem schnell an einem Vorbeirasen. In meinem Kopf waren die Gefühle wie ausgeschaltet und ich habe einfach nur noch funktioniert.

Irgendwann habe ich mich dann aufgerafft und versucht alles so zu machen, wie vor der MS Diagnose. Arbeiten, Vorbereitungen aufs Studium, Freunde, Feiern, Sport und noch mehr Arbeiten, neu waren die täglichen Spritzen welche ich mir selber geben musste, um die MS in Schach zu halten.

Moin ihr Lieben,  

ich bin Gesa, 34 und komme aus dem „echten“ Norden (Schleswig-Holstein) ;-). 

Meine Diagnose ist mittlerweile 11 Jahre her und ich möchte euch nun darüber berichten

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