– da brach für mich eine Welt zusammen

Hi, ich heiße Isabel, bin 34 Jahre alt und mit 17 begann meine MS-Reise.

Im Sommer 2005 begann ich meine Fahrschule. Wie jeder Autofahrer weiß, braucht man dafür einen Augentest. Diesen wollte ich gerade absolvieren. Dabei fielen mir zum ersten Mal leichte Sehprobleme auf. Das fiel aber nicht groß ins Gewicht und ich bekam meine Bescheinigung. Ich fuhr dann auf meinem Fahrrad nach Hause und bemerkte wieder dieses verschwommene Sehen. So leicht doppelt…

Erst einige Test beim Augenarzt, dann ins Krankenhaus

Das war schon sehr komisch und meine Mom schickte mich direkt zum Augenarzt.  Dort wurden einige Tests gemacht und man sagte mir, ich solle ins Krankenhaus. Da brach für mich eine Welt zusammen und ich fing noch im Wartezimmer an zu weinen.  Ein paar Tage vergingen und ich kam dann ins Krankenhaus. Für mich das erste Mal. Ich musste zum MRT, verschiedene Augentests über mich ergehen lassen und eine Lumbalpunktion sollte gemacht werden. Ich hatte gar keine Ahnung, was auf mich draufzukommt und folgte somit den Anweisungen der Ärzte. Hätte ich das mal lieber nicht getan… 

Eine Lumbalpunktion, die schief ging

Damals gab es von dem Krankenhaus 2 Häuser. Für die Punktion wurde ich rübergefahren, dort wurde es vollzogen (war ertragbar) und ich wurde gefragt ob ich laufen oder liegend transportiert werden möchte. Ich, mit meinen 17 Jahren, dachte mir, ich laufe, warum sollte ich auch liegen. Naja der Rücktransport hat sich etwas verzögert und während ich gewartet habe, bin ich unten hin- und hergelaufen. Als ich später zurück auf Station war und bei den Schwestern vorbeilief, fragten sie ganz erschrocken warum ich laufe. Ich solle mich schnell hinlegen und einige Stunden liegen bleiben. Tja, das war leider zu spät. 1h später fing das Elend bereits an. Kopfschmerzen… vom Feinsten. Die hielten über einen Monat an! Ich konnte nicht sitzen, kaum stehen, nur liegend war es einigermaßen ertragbar. Das war richtig schlimm. Aber das war mir eine Lehre und bei den folgenden Lumbalpunktionen ging es mir danach super. Das Ende vom Untersuchungsmarathon war eine Sehnerventzündung am rechten Auge. Ich bekam 5 Tage Kortison intravenös und durfte dann wieder nach Hause. 

Die Gewissheit: Es ist Multiple Sklerose

Der Befund ging zu meiner Hausärztin und bei der Auswertung kam meine Mom mit. Dort fiel zum ersten Mal das Wort “Multiple Sklerose”. Ich konnte damit nichts anfangen und dachte mir nur: „Okay.“ Draußen fing dann meine Mom an zu weinen und meinte ich werde im Rollstuhl landen… Spoiler: Sie hat bisher nicht recht behalten. 😉 Ungefähr 1 Jahr später hatte ich „herunterhängende“ Augenlider – das wurde nicht sehr ernst genommen, weil es nicht typisch für eine MS ist. Es ging auch nach einem Monat von alleine wieder weg. Wenige Monate später hatte ich dann Doppelbilder. Danach stand die Diagnose „Multiple Sklerose“ fest. Da war ich 18 und befand mich mitten im Abitur.

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